Gewichtsdecken...

 

...können für Menschen mit Alzheimer und Demenz eine wertvolle, nicht-medikamentöse Unterstützung sein. Der sanfte Tiefendruck vermittelt ein Gefühl der Geborgenheit, was Ängste reduziert und die nächtliche Unruhe (z. B. nächtliches Umherirren) lindert.

 

Hier sind die wichtigsten Punkte, die Sie bei der Anwendung beachten sollten:

 

Wie wirken Gewichtsdecken?

 

  • Körperwahrnehmung: Durch das Gewicht spüren die Betroffenen ihre Körpergrenzen besser. Das Gehirn erhält Orientierung im Raum.
  • Hormonhaushalt: Der Druck stimuliert das vegetative Nervensystem. Dies kann die Ausschüttung des Stresshormons Cortisol senken und die Produktion von Melatonin (Schlafhormon) sowie Serotonin (Glückshormon) fördern.
  • Beruhigung: Unruhige Hände oder Muskelverspannungen lassen oft nach, wodurch der Patient schneller in den Schlaf findet.
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Wichtige Kriterien für die Auswahl

 

  • Das richtige Gewicht: Für ältere, gebrechliche Menschen mit Demenz gilt oft die Empfehlung, ein Decken-Gewicht von ca. 4 bis 7 Prozent des Körpergewichts zu wählen – anstatt der üblichen 10 %. Die Decke muss sich zu jedem Zeitpunkt leicht und sicher entfernen lassen.
  • Das richtige Material: Atmungsaktive Materialien sind wichtig, damit kein Hitzestau entsteht. Spezielle Ausführungen für Pflegeeinrichtungen lassen sich zudem leicht desinfizieren.
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Wichtige Sicherheitshinweise

 

  • Vorerkrankungen: Bei Patienten mit Herz-Kreislauf-Beschwerden, Atemwegserkrankungen (z. B. COPD, Asthma) oder Schlafapnoe kann das zusätzliche Gewicht belastend sein.
  • Nutzung unter Aufsicht: Die Decken sollten vor allem in fortgeschrittenen Stadien nur nach Rücksprache mit Ärzten oder Pflegefachkräften verwendet werden. Der Patient muss immer in der Lage sein, die Decke selbstständig oder mit minimaler Hilfe vom Körper zu schieben. 

Tipp zur Unterscheidung:
Verwechseln Sie Gewichtsdecken (die am ganzen Körper wirken) nicht mit sogenannten Nesteldecken. Letztere sind meist leicht, aber mit vielen verschiedenen Knöpfen, Bändern und Reißverschlüssen versehen, um die Hände von Alzheimer-Patienten tagsüber zu beschäftigen und den Tastsinn zu stimulieren.

 

 

Nesteldecken

 

 

 

 

Eine Nesteldecke (auch Fühl- oder Zappeldecke) ist eine spezielle Therapiedecke für demenzkranke Menschen. Mit verschiedenen Stoffen, aufgenähten Bändern, Knöpfen und Reißverschlüssen ausgestattet, dient sie der basalen Stimulation. Sie lenkt rastlose Hände ab, beruhigt und befriedigt den natürlichen Drang der Betroffenen, Gegenstände zu ertasten (das sogenannte "Nesteln"). 

 

Vorteile und Nutzen im Überblick:

 

  • Beruhigung und Beschäftigung: Das Befühlen lenkt unruhige Hände ab, wodurch Ängste und Aggressionen abgebaut werden.
  • Förderung der Sinne: Verschiedene Texturen (z. B. Frottee, Samt, Cord) sprechen den Tastsinn an, der bis zum Schluss erhalten bleibt.
  • Kognitive Anregung: Die Elemente können Erinnerungen wecken und als Gesprächsanlass für Angehörige oder Pflegekräfte dienen. 

 

Typische Elemente einer Nesteldecke:

 

  • Materialien: Ein Mix aus Baumwolle, Fell, Spitze, Leder oder Filz.
  • Anfasshilfen: Aufgenähte Kordeln, Schleifen, dicke Knöpfe, Holzringe oder Fransen.
  • Funktionselemente: Reißverschlüsse zum Auf- und Zuziehen, Klettverschlüsse, kleine Taschen oder integrierte Glöckchen. 

 

Die Decken werden häufig von Ehrenamtlichen genäht oder gestrickt und in der Ergotherapie, in Pflegeheimen sowie zu Hause eingesetzt. Sie werden auch in Form von Kissen (Nestelkissen) oder Röhren (Nestelmuffs) angeboten. 

 

Häufig lassen sich solche Decken über spezialisierte Portale oder Handarbeitsplattformen erwerben, wie zum Beispiel im iuvascare Online-Shop. Anleitungen zum Selbernähen bietet unter anderem die Patchwork Gilde Deutschland e.V.

 

Wichtiger Hinweis: Da Demenzkranke oft stark an Gegenständen ziehen, müssen alle Elemente extrem reißfest und sicher vernäht sein, um ein Verschlucken zu verhindern.